Unternehmenskennzahlen: MRR, ARR, EBITDA und Periodenergebnis

Wie qFinix MRR und ARR aus Abonnements und Planumsätzen berechnet, wie die Ergebniskaskade von EBITDA bis zum Periodenergebnis aufgebaut ist, welchen Vergleichszeitraum die Seite wählt und wie Sie ungeklärte Buchungen abarbeiten.

Ab Enterprise Fortgeschritten 9 Minuten
Diese Funktion ist im Enterprise-Tarif und in höheren Tarifen verfügbar. Tarife vergleichen

Unternehmenskennzahlen: MRR, ARR, EBITDA und Periodenergebnis

Die Seite Kennzahlen beantwortet eine einzige Frage: Verdient das Unternehmen Geld, und mit welchem Anteil ist dieser Umsatz vertraglich gesichert? Sie rechnet ausschließlich auf Ist-Buchungen, die bereits in qFinix liegen, und verändert nichts. Zeitraum und Kennzahl können Sie jederzeit wechseln.

  1. 1

    Kennzahlen öffnen

    Wechseln Sie in der Seitenleiste zu `Kennzahlen`. Beim ersten Aufruf zeigt die Seite das laufende Jahr bis heute.

  2. 2

    Zeitraum wählen

    Oben stehen die Voreinstellungen `Dieser Monat`, `Dieses Quartal`, `Dieses Jahr` und `Letztes Jahr`. Über `Eigener Zeitraum` wählen Sie ein beliebiges Start- und Enddatum.

  3. 3

    Kennzahl aufklappen

    Jede Kopfzahl und jede Zeile der Profitabilität ist anklickbar. `Berechnung anzeigen` öffnet die Einzelpositionen, aus denen der Wert entstanden ist.

  4. 4

    Ungeklärte Buchungen abarbeiten

    Steht über den Zahlen ein Hinweis `Nicht enthalten: …`, öffnen Sie über `Buchungen prüfen` die Prüfliste und schließen die Lücken.

Enterprise-Funktion

Die Kennzahlen-Seite und das gleichnamige Dashboard-Widget gehören zum Enterprise-Tarif. In kleineren Tarifen erscheinen weder der Menüpunkt noch das Widget; die Berichte zu GuV, UStVA und offenen Posten stehen davon unabhängig in jedem Tarif zur Verfügung.

Was die Seite zeigt

Die Seite ist in drei Blöcke geteilt:

  1. Fünf Kopfzahlen – Umsatz, MRR, ARR, EBITDA und Periodenergebnis. Umsatz, EBITDA und Periodenergebnis tragen die Veränderung gegenüber dem Vergleichszeitraum; MRR und ARR tragen stattdessen ihren Stichtag, weil sie keine Zeitraumsumme sind.
  2. Profitabilität – die Ergebniskaskade von EBITDA bis zum Periodenergebnis, mit Vorperiode, aktuellem Wert und Veränderung nebeneinander.
  3. Monatsverlauf – Umsatz, Aufwendungen und Ergebnis pro Monat als Diagramm.

Darunter steht die Methodik-Zeile: Ist-Buchungen nach Buchungsdatum, netto zuzüglich nicht abziehbarer Vorsteuer, sowie der konkrete Vergleichszeitraum.

MRR und ARR

MRR ist der monatlich wiederkehrende Umsatz aus laufenden Verträgen, ARR ist MRR × 12. Beide sind Stichtagswerte, keine Summen über den Zeitraum. Der Stichtag ist das Ende des gewählten Zeitraums, aber nie in der Zukunft: Ein laufendes Jahr wird auf heute gemessen, ein abgeschlossenes Jahr auf seinen letzten Tag.

Welche Verträge zählen

qFinix zieht zwei Quellen zusammen:

  • Kundenabonnements mit Status aktiv
  • Wiederkehrende Planumsätze – Retainer und Wartungsverträge. Nicht gezählt werden archivierte Planumsätze und solche, die aus einer Rechnung entstanden sind, denn das sind Einmalgeschäfte.

Ein Vertrag zählt nur, wenn er zum Stichtag läuft: Startdatum erreicht, Enddatum noch nicht überschritten. Verträge mit dem Intervall einmalig zählen nie.

Wie das Intervall umgerechnet wird

AbrechnungsintervallBeitrag zur MRR
monatlichBetrag ÷ 1
quartalsweiseBetrag ÷ 3
jährlichBetrag ÷ 12
einmaligzählt nicht

Haben Sie für einen Planumsatz einen Preisverlauf hinterlegt, gilt die letzte Preisstufe, deren Startdatum am Stichtag bereits erreicht ist. Bei Abonnements greift dieselbe Logik über die gespeicherten Vertragsstände: Ein Stichtag in der Vergangenheit rechnet mit den Konditionen, die damals galten – eine spätere Preisänderung verfälscht den Vorjahresvergleich also nicht.

Verträge ohne Preis fallen heraus

Ein Vertrag ohne hinterlegten Preis, ohne bekanntes Intervall oder in einer anderen Währung als Euro kann nicht umgerechnet werden. Er wird stillschweigend übersprungen und stattdessen im Hinweis über den Zahlen als „N Abonnements ohne Preis oder Intervall“ gemeldet. Solange dieser Hinweis steht, ist Ihre MRR zu niedrig.

Die Ergebniskaskade

Die Karte Profitabilität rechnet in festen Stufen. Jede Zeile lässt sich aufklappen und zeigt, aus welchen Kategorien sie besteht.

StufeRechnung
EBITDAUmsatz − betriebliche Aufwendungen
EBITDA-MargeEBITDA ÷ Umsatz
EBITAEBITDA − Abschreibungen auf Sachanlagen
EBITEBITA − Abschreibungen auf immaterielle Werte
EBIT-MargeEBIT ÷ Umsatz
EBTEBIT + Zinserträge − Zinsaufwand + nichtbetriebliche Erträge − nichtbetriebliche Aufwendungen
PeriodenergebnisEBT − Ertragsteuern

Zu den betrieblichen Aufwendungen zählen Personal, Miete und Gebäude, Software und SaaS, Marketing, Versicherungen, Beratung und Dienstleistungen sowie sonstige betriebliche Aufwendungen.

Beide Margen bleiben leer, solange im Zeitraum kein Umsatz gebucht ist – eine Marge ohne Bezugsgröße wäre keine Aussage, sondern eine Division durch null.

Ergebnisklassen: warum eine Kategorie klassifiziert sein muss

qFinix rechnet nicht nach Kategorienamen, sondern nach Ergebnisklassen. Jede Kategorie trägt genau eine, zum Beispiel Umsatz, Personal, Abschreibungen Sachanlagen oder Ertragsteuern. Erst diese Klasse entscheidet, auf welcher Stufe der Kaskade eine Buchung landet.

Eine eigene Klasse heißt Ergebnisneutral. Sie ist für Geldbewegungen gedacht, die kein Ergebnis erzeugen: Umsatzsteuer und Vorsteuer, Tilgungen, Umbuchungen zwischen eigenen Konten, Privatentnahmen, Stammkapital und Kreditkartenabrechnungen. Diese Buchungen fallen aus allen Kennzahlen heraus – genau so, wie es sein soll.

Beim Anlegen einer Kategorie schlägt qFinix eine Klasse anhand des Namens vor. Der Vorschlag ist eine Hilfe, keine Entscheidung: Sie können ihn jederzeit überschreiben, und mehrdeutige Namen bleiben bewusst unklassifiziert, statt geraten zu werden.

Klassen einmal sauber setzen

Die Klassifizierung ist die einzige Vorarbeit, die diese Seite wirklich braucht. Setzen Sie sie einmal in den Kategorien sauber, und alle künftigen Buchungen ordnen sich von selbst ein.

Welcher Zeitraum mit welchem verglichen wird

Der Vergleichszeitraum wird nicht gewählt, sondern abgeleitet – und zwar nach zwei Regeln:

  • Zeitraum beginnt am 1. Januar und endet im selben Jahr: verglichen wird mit denselben Tagen im Vorjahr. Das laufende Jahr bis heute steht also dem Vorjahr bis zum selben Datum gegenüber, nicht dem vollen Vorjahr.
  • Jeder andere Zeitraum: verglichen wird mit dem unmittelbar davorliegenden, gleich langen Zeitraum.

Der gewählte Zeitraum muss mindestens einen Tag und darf höchstens zehn Jahre umfassen. Welche Tage konkret verglichen werden, steht immer in der Methodik-Zeile am Seitenende und in der Spaltenüberschrift der Profitabilität.

Ungeklärte Buchungen

Über den Zahlen erscheint eine Zeile „Nicht enthalten: …“, sobald Daten fehlen. Sie ist kein Fehler, sondern Ihr Arbeitsvorrat, und der Link Buchungen prüfen öffnet die Liste dazu. Drei Gründe kommen vor:

GrundWas fehltWas zu tun ist
Ergebnisklasse fehltDie Kategorie der Buchung trägt keine ErgebnisklasseKlasse an der Kategorie setzen – meist genügt der Vorschlag
Bankumsatz nicht zugeordnetEine Bankbewegung hängt an keiner Einnahme oder AusgabeBewegung zuordnen, oder als ergebnisneutral einordnen
Nettobetrag fehltDie Buchung hat keinen verwertbaren NettobetragBeleg öffnen und den Betrag ergänzen

In der Prüfliste filtern Sie nach diesen drei Gründen, übernehmen einen Klassen-Vorschlag direkt aus der Zeile oder springen in den zugehörigen Beleg.

Solange etwas fehlt, sind die Zahlen vorläufig

Ungeklärte Buchungen fließen in keine Kennzahl ein. Umsatz, EBITDA und Periodenergebnis sind deshalb tendenziell zu niedrig, und der Vergleich mit der Vorperiode ist erst dann belastbar, wenn beide Zeiträume vollständig geklärt sind.

Häufige Probleme

Die Kaskade ist leer, obwohl Buchungen existieren

Dann trägt keine der betroffenen Kategorien eine Ergebnisklasse. Die Seite zeigt in diesem Fall „Für diesen Zeitraum liegen keine klassifizierten Ergebnisbuchungen vor“. Öffnen Sie die Prüfliste – sie listet genau die Buchungen auf, die noch nicht zählen.

MRR ist niedriger als erwartet

Prüfen Sie drei Dinge: Läuft der Vertrag zum Stichtag überhaupt schon oder noch? Steht sein Status auf aktiv? Und ist ein Preis in Euro hinterlegt? Verträge mit dem Intervall einmalig gehören nicht in die MRR, auch wenn sie regelmäßig wiederkehren – dafür legen Sie einen wiederkehrenden Planumsatz an.

ARR passt nicht zum Jahresumsatz

Das ist erwartet. ARR ist eine Hochrechnung des heutigen Vertragsbestands auf zwölf Monate, der Umsatz ist die tatsächliche Summe des gewählten Zeitraums. Projektgeschäft erscheint im Umsatz, aber nie in der ARR.

Die Veränderung fehlt bei einer Kennzahl

Eine Veränderung braucht eine Vorperiode mit Daten. Liegt in der Vorperiode kein Wert vor oder war er null, bleibt die Zelle leer statt eine Prozentzahl zu erfinden.